13./14.3.2014 Tagung "Organisation und Gedächtnis" in Hamburg

Am 13. und 14. März fand die Tagung "Organisation und Gedächtnis" des Arbeitskreises „Soziales Gedächtnis, Erinnern und Vergessen“ in der Sektion Wissenssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS)  an der Führungsakademie der Bundeswehr, Hamburg statt.

In der kultur- wie sozialwissenschaftlichen Gedächtnisforschung besteht Einigkeit darüber, dass Phänomene von Erinnern und Vergessen auf unterschiedlichen Aggregatebenen des Sozialen stattfinden und beobachtet werden können. Während das bzw. die Gedächtnisse politischer Kollektive (z.B. Nationalstaaten) oder sozialer Gruppen
wie der Familie inzwischen vergleichsweise gut untersucht sind, liegen zu Prozessen von Erinnern und Vergessen in organisationalen Kontexten bislang nur vereinzelt Erkenntnisse vor. Der Arbeitskreis „Soziales Gedächtnis, Erinnern und Vergessen“ nimmt dies zum Anlass, um im Rahmen einer Tagung zu „Organisation und Gedächtnis“ die beiden durch ‚Gedächtnis‘ und ‚Organisation‘ bezeichneten Forschungsperspektiven miteinander zu verknüpfen. Ziel dabei ist es, sowohl die Erkenntnisse über Formen und Funktionsweisen sozialer Gedächtnisse durch die spezifische Berücksichtigung von Organisationen als ‚Ort‘ von Gedächtnis bzw. als Feld für Vorgänge von Erinnern und
Vergessen zu erweitern, als auch umgekehrt bestehende organisationssoziologische Ansätze um Fragestellungen, wie sie mit den Konzepten Gedächtnis, Erinnern und Vergessen einhergehen, zu ergänzen und/oder zu präzisieren. Gesucht werden sowohl Beiträge, welche die Schnittstellen von Gedächtnis- und Organisationstheorien behandeln, als auch solche, die, auf empirische Forschungsergebnisse gestützt, das Gedächtnis bestimmter Organisationen
(Wirtschaftsunternehmen, staatliche Verwaltungsbehörden, Kirchen, Universitäten, Armeen, Parteiverbände etc.) in den Blick nehmen und dabei mindestens eine der folgenden Fragen adressieren:

  • Welche Rolle spielen Organisationen als Orte bzw. Träger von Gedächtnis in bestehenden Gedächtnistheorien? Welche spezifischen Einsichten für eine Theorie sozialer Gedächtnisse ergeben sich aus einer Berücksichtigung organisationaler Praktiken von Erinnern und Vergessen?
  • Inwieweit werden im Rahmen organisationssoziologischer Ansätze Fragen von Gedächtnis, Erinnern und Vergessen und somit Aspekte der Temporalität organisationaler Wissensbestände bzw. Praktiken behandelt? Welche zentralen Einsichten für die theoretische Beschreibung von Organisationen und organisationaler Praktiken sind damit verbunden?
  • Wo bzw. wie finden Erinnern und Vergessen in Organisationen konkret statt? In welchem Verhältnis stehen unterschiedliche Hierarchiestufen und Ebenen (individuelle Ebene, organisationale Ebene, Organisationsleitung) im Prozess des Erinnerns und Vergessens zueinander? Unter welchen Bedingungen kann davon ausgegangen werden, dass etwas – von den Organisationsmitgliedern und/oder der Organisation als solcher – erinnert oder vergessen wird?
  • In welchem Verhältnis steht das, was Organisationen nach außen als ihre Vergangenheit beschreiben, zu dem, was organisationsintern als ‚Vergangenheit‘ die Alltagspraxis bestimmt? Welche Einflüsse bzw. Wechselwirkungen in Bezug auf die Organisationsumwelt lassen sich dabei konstatieren?
AnhangGröße
tagungsprogramm_organisation_und_gedaechtnis_komplett.pdf741.79 KB

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