Interessante Möglichkeit für ein Praktikum in Costa Rica

Die Organisation "Lifting Hands" in Costa Rica bietet im Rahmen eines Auslandssemesters an der Universität in San Jose eine interessante Möglichkeit für ein Praktikum. Hier ein Erfahrungsbericht:

Im Rahmen meines Auslandsstudiums in San Jose (Costa Rica), wurde ich auf die gemeinnützige Einrichtung „Lifting Hands“ aufmerksam. Diese Organisation widmet sich den Bewohner/innen des Armenviertels El Bajo de los Anonos und unterstützt sie in den Bereichen Erziehung, Bildung, Sicherheit und Gesundheit. Ich habe dort ein Volontariat absolviert, das im Rahmen des Soziologiestudiums an der FAU als Praktikum anerkannt wurde.
Meine Tätigkeiten bei Lifting Hands ließen sich in zwei grobe Aufgabenbereiche teilen: Einen Verwaltungsbereich und einen Organisations- und Eventmanagement-Bereich. Während in der Verwaltungsarbeit Hilfe bei der
Führung monatlicher Spenden und Kosten der Einrichtung, den monatlichen News-Letters für die Mitarbeiter und Spender, als auch bei der Einführung neuer Volontäre in die Organisation benötigt wurde, befanden sich im
praktischen Tätigkeitsfeld ein Innovationskurs, in dem Verbesserungsvorschläge und neue Projekte für die Organisation entstanden, die Koordination neuer Kurse und Volontäre, sowie die Immatrikulation neuer und alter SchülerInnen zu Beginn des neuen Semesters und dessen Einordnung in die Datenbank der Organisation. Schließlich arbeitete ich im praktischen Bereich als Lehrervertretung fehlender Mitarbeiter und im Eventmanagement, welches die Vorbereitung von Motivations-, Weiterbildungs- und Themenkursen
beinhaltete.

Als ich die Einrichtung das erste Mal an einem Samstagmorgen besuchte, sah ich das Haus noch außerhalb des Betriebes, ohne Kinder und Mitarbeiter. Bereits in diesem „ruhenden Zustand“ konnte ich die Atmosphäre der Harmonie, die in diesem Haus existiert, spüren. So blieb ich an jeder Bilderwand stehen, nahm jeden Raum in mich auf und wollte die Menschen dieses Hauses kennenlernen. Müsste ich mein Volontariat bei Lifting Hands heute kurz zusammenfassen, so würde es folgendes sein: Weiterentwicklung in der Erfahrung von Gegensätzen, als Zerreißprobe, als Aufeinanderprallen von Positivem und Negativem, aber auch als Entfaltungs- und Entwicklungsprozess, als Moment der Erkenntnis, der Hoffnung, als Neustart und Regeneration. Die wichtige Erkenntnis ist dabei: Glück und Leid liegen dicht beieinander. So sind Gewalt und Not durchaus täglich präsent, spiegeln sich in den Handlungen und Reaktionen, in den Tränen oder Berichten der Kinder und Mütter
aus dem Viertel wieder. Doch ebenso präsent sind der Optimismus der Menschen, sowie die beständige Hoffnung und Motivation, welche die Volontäre täglich mit ihrer Kraft durch ihre Zeit, Wissensvermittlung, Aufmerksamkeit und
Betreuung möglich machen. An diesem Ort, an dem Lernen und Entfaltung möglich gemacht wird, an dem die Menschen Achtung und Wertschätzung erfahren, erhalten sie die Chance, sich aus ihrer Not und Armut zu befreien.
Das Volontariat bei Lifting Hands hat mir nicht nur bewiesen, wie mit Hilfe einer kleinen Gruppe von VolontärInnen so viel positive Veränderung von Menschen erzeugt werden kann, sondern auch dass Helfen eigene
Weiterentwicklung bedeutet: Nicht selten verließ ich die Einrichtung und hatte mehr von den Kindern gelernt als die Kinder von mir, nicht selten ging ich motivierter aus der Einrichtung heraus, als ich gekommen war – jeden Tag
lernte man wieder neu, seine Umwelt und auch sich selbst zu wertschätzen.


Ansprechartnerin bei näheren Fragen und Informationen:
esther [dot] heer [at] t-online [dot] de (Esther Heer )                                                   

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