Konferenz »(Digitale) Medien und soziale Gedächtnisse« am 17./18. März 2016 in Erlangen -- Programm

Medialität ist ein konstitutiver Aspekt für Weltzugänge. Das ist in Halbwachs’ Theorie des kollektiven Gedächtnisses ebenso wie in der Assmannschen Konzeption der kulturellen Gedächtnisse oder im systemtheoretischen Theorieentwurf ein Gemeinplatz. Gleichwohl bleiben genauere Bestimmungen des Verhältnisses von Medien zu sozialen Gedächtnissen entweder auf einer sehr allgemeinen Ebene in Bezug auf dieses Verhältnis oder sie sind sehr eng mit einem konkreten empirischen Phänomen verknüpft. Dass Medien zentral für soziale Gedächtnisse sind, ist unbestritten. Wie das in den sozial und medial hochdifferenzierten Gesellschaften der Gegenwart funktioniert, wurde bisher kaum untersucht. Das gilt insbesondere für zwei Aspekte der Medialität:


- »Social Media« und »Cloud Computing« in Verbindung mit mobilen Endgeräten liefern neue Rahmen für soziale Vergangenheitsbezüge. Wie sie sich mit der rasanten Verbreitung von digitalen Medien verändern, wie Erinnern und Vergessen unter den Bedingungen der (mobilen) Digitalisierung auf den unterschiedlichen Ebenen des Sozialen (Alltagswelt, Organisationen, Kollektive, differenzierte Ordnungsbereiche) von statten gehen, ist eine offene Frage.

- Theorien sozialer Gedächtnisse fokussieren vor allem auf textuell-schriftliche Formen des Medialen. Die Gedächtnisfunktion von Bildmedien, seien es Fotografien oder Filme, bleibt theoretisch und empirisch oft unbeachtet. Das gilt nicht zuletzt in Verbindung mit den Prozessen der Digitalisierung: So präsentieren Netzplattformen auch audiovisuelle Inhalte und digitale Produktionsprozesse verändern fiktionale ebenso wie dokumentarische Filme.


Der Arbeitskreis »Soziales Gedächtnis, Erinnern und Vergessen« der Sektion Wissenssoziologie lädt deshalb am 17. und 18. März 2016 zu seiner jährlichen Tagung an die Universität Erlangen ein. Die Tagung wird mit freundlicher (und finanzieller) Unterstützung der Sektion Wissenssoziologie, des Graduiertenkollegs 1718 "Präsenz und implizites Wissen", der Luise Prell-Stiftung und des Zentralinstituts "Anthropologie der Religion(en)" 

Ein Tagungsbericht findet sich auf H-Soz-Kult.

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