Triangulation in der arbeits- und industriesoziologischen Fallstudienforschung

Pflüger, Jessica (2012): Triangulation in der arbeits- und industriesoziologischen Fallstudienforschung. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 64 Jg., H. 1, S. 155-173.

In der arbeits- und industriesoziologischen Fallstudienforschung ist multimethodisches und multiperspektivisches Vorgehen forschungspraktisch seit jeher üblich. Was eine kombinierte Anwendung unterschiedlicher Datenformen und Erhebungsmethoden leisten kann, oder wo deren Grenzen und Probleme liegen, wird jedoch selten explizit reflektiert. Die Konfrontation der Forschungspraxis mit den relevanten, unter dem Stichwort „Triangulation“ geführten methodologischen Diskussionen zeigt: erstens, dass Triangulation im engeren Sinne in der arbeits- und industriesoziologischen Fallstudienforschung nur in begrenztem Maße möglich ist. Zweitens wird deutlich, dass Triangulation hier nicht als Mittel zur Steigerung von Validität im Sinne der quantitativen Sozialforschung, sondern als Alternative dazu zu verstehen ist. Triangulation lässt sich in diesem Forschungsfeld als ein strategisches Verfahren charakterisieren, das auf der Grundlage multipler Ergänzungs- und Abgleichsprozesse die Möglichkeit bietet, den Untersuchungsfall und dessen relevanten Kontext so zu einer Einheit zu integrieren, dass eine adäquate Fallanalyse entsteht.

Case study research and triangulation in German sociology of work
Case study research in the fields of Industrial Relations and Sociology of Work has always been including the use of multiple methods and perspectives. However, there is little methodological reflection on the specific challenges of combining different forms of data, methods, theories and researchers within a single study. The confrontation of typical research practices and methodological discussions about triangulation shows: firstly, strict triangulation reaches its limits when doing case studies in this special academic field and, secondly, triangulation can seldomly be seen as a means of validation, but rather as an alternative to it.

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